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„Kreatives Schrumpfen“ – Die Bewegung der Transition-Towns „Die heutigen Siedlungs- und
Wirtschaftsstrukturen basieren auf billigen fossilen Energieträgern. Erdöl
ist das Schmiermittel unseres gegenwärtigen Wirtschaftens“, so Michael
Hohenwarter vom Büro Zukunftsraum in der gemeinsam mit dem Land Salzburg, dem
Umweltreferat der Erzdiözese sowie der Robert-Jungk-Bibliothek für
Zukunftsfragen durchgeführten und von
Jakob Reichenberger (St. Virgil) geleiteten Diskussionsveranstaltung. Die
Begrenztheit fossiler Energien mache neue Zukunftspfade nötig. Manche
plädierten für ein „Green Tech-Szenario“, in dem
alle Probleme durch neue Technologien gelöst werden, so Hohenwarter.
Vielversprechender sei jedoch ein Mischszenario, welches eine „Energiewende“
mit einer „Kulturwende“ verbindet. Eine neue aus Großbritannien
kommende Bewegung setzt auf „Transition“, also Wandel. Hohenwarter sprach von
„kreativem Schrumpfen“. Mittlerweile gibt es 710 „Transition“-Towns
in 31 Ländern, die auf einen neuen Lebens- und Wirtschaftsstil setzen. Ziel
ist eine „Bewegung von unten“, die ganzheitlich ausgerichtet ist. Es geht
dabei, so der Transition-Trainer, um drei Dinge:
Verstehen, was auf uns zukommt („Kopf“), Sich berühren lassen und eine Vision
entwickeln („Herz“) und schließlich - im Sinne von Selbstermächtigung – um aktiv
werden („Hand“). Drei zentrale Ansatzpunkte nannte Hohenwarter, der Tags
darauf auch noch für ein Vertiefungsseminar zur Verfügung stand, für den
einzuleitenden Wandel: ein anderer Bezug
zu „Lebensmitteln“, also eine bewusste Ernährung und neue Formen der
Lebensmittelmittelerzeugung wie „Permakultur“, innovative „Zahlungsmittel“,
etwa Regionalwährungen, und schließlich regional produzierte „Energiemittel“
auf erneuerbarer Basis. Änderung unseres Lebensstils gefordert Auch Dr. Sperka von der
Umweltabteilung des Landes Salzburg bekräftigte, dass technologische Effizienzstiegerungen
alleine nicht reichen werden, um die zukünftige Energiebasis zu sichern und
die vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Der Energieverbrauch in Salzburg
werde derzeit zu 60 Prozent fossil und zu 40 Prozent aus erneuerbaren
Energieträgern gedeckt. Nach einer Studie der Österreichischen Energieagentur
können die Österreichischen Bundesländer 15 Prozent der
Treibhausgasemissionen beeinflussen - der Großteil der Kompetenz liegt beim
Bund. Sperka stellte dar, dass die
westlichen Industrienationen - und damit auch Österreich - eine Reduktion der
Treibhausgasemissionen um etwa 90 Prozent bis 2050 erreichen müssten, wenn
die globale Erwärmung unterhalb der als gerade noch beherrschbar angesehenen
Schwelle von 2°C bleiben soll. Sperka verwies auch auf Zielkonflikte, die mit
einer „Systemumstellung“ zusammenhängen. Etwa die Flächenkonkurrenz durch
Biotreibstoffe, der Eingriff in die Gewässerökosysteme durch Wasserkraft, die
Veränderung des Landschaftsbildes durch Windkraft. Überdies verursache die Umstellung
des Energiesystems auch enorme Kosten. Die Grenzen der Ausbaupotenziale
erneuerbarer Energieträger machten auch eine Änderung unseres Lebensstils
unabdingbar, so Sperka. Das Land selbst könne durch rechtliche
Rahmenbedingungen, Förderungen, Vorbildwirkung (etwa in der Wärmesanierung
öffentlicher Gebäude) sowie durch Bewusstseinsbildung Veränderungen anstoßen.
Die Initiative des Landes zum ökologischen Fußabdruck „Leben auf zu großem
Fuß“ oder die von Land, Wirtschaftskammer und Salzburg AG getragene
Beratungsinstitution "umwelt service salzburg" nannte er als
Beispiele. „e5“ –
Hilfestellung für Gemeinden Helmut Strasser vom Salzburger
Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) erläuterte schließlich das „e5 programm für energieeffiziente gemeinden“ als
Hilfestellung und Benchmarking für neue Energiewege in Gemeinden. Das Zusammenbringen
der Zuständigen, eine langfristige Planung, „energiefite“ Gemeindemitarbeiter/innen
sowie sichtbare Erfolge nannte er als wichtige Erfolgskriterien. Mit den 5
„e“ werden Gemeinden für konkrete Erfolge ausgezeichnet. Sechs Bereiche
stehen dabei im Fokus: Entwicklungsplanung und Raumordung, Gebäude, Ver- und
Entsorgung, Mobilität, Kommunikation und Kooperation sowie die interne
Organisation. Für Gemeinden habe die Umsetzung des Programms einen dreifachen
Nutzen: Beitrag zum Klimaschutz, höhere Versorgungssicherheit durch regionale
Energie sowie höhere lokale Wertschöpfung. Im Beipackzettel heißt es daher:
„Dieses Programm entspricht Nachhaltigkeitskriterien und wird ihren Umgang
mit Energie verändern.“ Links: Transition Towns: www.transition-initiativen.de |
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Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen |
Robert-Jungk-Platz 1 | 5020
Salzburg | T 0043.662.873 206
| E: jungk-bibliothek@salzburg.at |
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