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Zum Inhalt: Die Zentralsahara war bis ins 20.
Jahrhundert eine unüberwindliche
Barriere für die Gier der Kolonialmacht Frankreich nach den Schätzen
Westafrikas: Sie scheiterte am Widerstand der mit Schwert und Schild
bewaffneten „Tuareg-Ritter“. Erst Maschinengewehre
konnten die Tuareg besiegen. Bald galten die befriedeten Tuareg als liebgewonnene „Sahara-Maskottchen“ Frankreichs
– und schließlich als gastfreundliche „Vorzeige-Nomaden“
für Wüstenromantiker und Sahara-Abenteurer. Heute stehen die Nomaden am
Wüstenrand des Staates Niger dem Hunger nach Uran im Weg. Der Klimawandel macht Atomkraft wieder attraktiv,
weshalb Frankreich, die USA und China die reichen Uranvorkommen der nigrischen Sahara ausbeuten wollen. Die Folgen sind die
Vertreibung der Nomaden und die dauerhafte Verstrahlung ihres Lebensraums. Seit 2007 sehen viele Tuareg-Männer im bewaffneten Kampf den Ausweg aus dem
Abgrund zwischen Neokolonialismus, Klimawandel und der wachsenden Wüste. Ein
Weg, den die nigrische Regierung, Profiteur der
Uran-Einnahmen, als „kriminelles Banditentum“ bekämpft, mit Unterstützung von
Anti-Terror-Einheiten der USA. Welche Verantwortung hat der
(Energie-)Konsument gegenüber den Auswirkungen des Rohstoffhungers, der
Menschenrechte mit Füßen tritt? Eine Diskussion über Macht und Ohnmacht im
Kampf um Energie. Dr. Harald A. Friedl,
Philosoph und Tourismusexperte am Studiengang „Gesundheitsmanagement im
Tourismus“ der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg, lebte und forschte viele Jahre
lang über Tourismusentwicklung bei den Tuareg. Im
Jahr 2000 heiratete er im Dorf Timia in den Aïr-Bergen nach Tuareg-Ritual. Sein neues Buch „KulturSchock
Tuareg“ (Reise-Know-how) ist das kaleidoskopische
Portrait einer Kultur auf ihrem Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft, mit
all ihren Freuden, Tragödien, Problemen und Hoffnungen. Harald A. Friedl: KulturSchock Tuareg. Reise Know-How Verlag, Bielefeld 2008 |
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Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen |
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