Zukunftskommentar

 

 

 

 

 

 

 

„Autos vor Lebensqualität“

Kommentar von Hans Holzinger

Erschienen in: Salzburger Fenster,  Stadtnachrichten, Flachgauer Nachrichten

Platzraub durch Autos

Mit einem Platzvergleich auf der Staatsbrücke hat der Verein „Fairkehr“ vor kurzem sehr anschaulich gezeigt, wie wenig Platz Fußgänger und Radfahrer­Innen und wie viel Platz Autos in der Stadt Salzburg in „Anspruch“ nehmen (vgl. Bild sowie www.fairkehr.net). Die Aktion wurde auch von der Stadt Salzburg unterstützt – das ist lobenswert. Nur ist zu hoffen, dass dem auch der Mut folgt, konsequente Schritte für eine Zurück­drängung des Autoverkehrs zu setzen.

Denn der Autoverkehr ist in Salzburg – wie in vielen anderen Städten – durch sein Mengenwachstum zum Bumerang für die urbane Lebensqualität geworden. Lärm, Gestank, gesundheitsgefährdende Emissionen
(z. B. Feinstaub), Platzraub sind die Probleme.
Als Radfahrer verspüre ich dies täglich am eigenen Leib!

 

Ein paar Zahlen

An Werktagen passieren täglich an die 250.000 Autos die Stadtgrenzen (Quelle: Räumliches Entwicklungskonzept der Stadt Salzburg). 80 Prozent der PendlerInnen in die Stadt Salzburg fahren mit dem Auto bei einem Besetzungsgrad von 1,3 Personen - verfügbar wären 4-5 Sitzplätze, dh es findet eine enorme Verschwendung an Platz und anderen Ressourcen statt. Im Zentralraum verbringen Salzburgs AutofahrerInnen jährlich über 10.000 Stunden im Stau – Tendenz steigend. Klimaschutz wird angesichts dieser Zahlen zur Farce.

Vorbild Schweiz

Schweizer Städte haben gezeigt, wie es geht. Parallel zum Ausbau eines dichten S-Bahn-Systems wurden die Parkmöglichkeiten in den Städten sukzessive verringert. Und entscheidend war die veränderte öffentliche Wahrnehmung: Autos in der Stadt werden als Problem gesehen. Wer mit Tram, Rad oder zu Fuß unterwegs ist, gilt als „in“. Bei uns hat noch jeder Angst, "gegen" das Auto zu sein. Das heißt: JedeR der täglich mit dem Auto in die Stadt pendelt oder auch in dieser herumfährt – ein großer Teil der Autowege in Salzburg sind innerstädtischer Verkehr -, muss sich fragen und von anderen gefragt werden, ob dies unbedingt sein „muss“. Ohne ein neues Wertebewusstsein der BürgerInnen wird es wohl Salzburgs Politik nicht schaffen!

 

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