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Basis und Kriterien für das
Robert-Jungk-Stipendium für Zukunftsforschung
Wesentliche Grundlage des Stipendiums
bildet eine „Erbschaft mit Auftrag“: Herr Ferdinand Tobias vermachte der
Stadt Salzburg eine Kleinwohnung in Salzburg-Riedenburg mit der Auflage,
sie für kulturelle Zwecke zu nutzen. Im Jahr 2006 investierte die Stadt
rund 25.000 Euro in die Generalsanierung der Wohnung, sowie in Einrichtung
und Ausstattung inklusive Mobiltelefon und WLAN-Internetzugang.
Seit 2007 steht die Garconniere
samt ausgezeichneter Infrastruktur im Sinne des Erblassers als Aufenthalts-
und Arbeitsort für WissenschafterInnen und LiteratInnen zur Verfügung. Im laufenden Jahr werden
insgesamt fünf kunstwissenschaftliche bzw. wissenschaftliche Residences geboten, zudem konnte im Frühjahr der Autor
Stefan Weidner als H.C.-Artmann-Stipendiat die
Wohnung Tobias nutzen. Die Vergabe erfolgt in enger Kooperation der
städtischen Kulturabteilung mit der Paris Lodron
Universität Salzburg, dem Literaturhaus Salzburg und der
Robert-Jungk-Stiftung.
Die Jury zur Vergabe des ersten
Robert-Jungk-Stipendiums bestand aus dem Kuratorium der
Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ). Die Ausschreibung des
Stipendiums erfolgt jährlich und richtet sich an Personen, die in der
Zukunftsforschung oder anderen zukunftsrelevanten Forschungsbereichen wissenschaftlich
tätig sind. Neben zweimonatigem Aufenthalt und Taggeld werden
Arbeitsmöglichkeiten in der JBZ und anderen wissenschaftlichen
Einrichtungen in Salzburg geboten.
Grundlagenforschung im Geiste von Robert
Jungk
Als Autor, Wissenschaftsjournalist und
Zukunftsforscher hat Robert Jungk (geboren 1913 in Berlin, verstorben 1994
in Salzburg) ein umfangreiches geistiges Vermächtnis hinterlassen. Seine
Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen wie auch ökologischen
Fragen der Zukunft und seine Vorschläge zu deren nachhaltiger Lösung
bleiben nicht nur in seinen zahlreichen Publikationen dokumentiert, sondern
werden in der von ihm 1986 in Salzburg begründeten
Robert-Jungk-Stiftung/Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen weiter
geführt und in internationalen Kontext getragen.
Im Fokus der Tätigkeiten der JBZ als
Informations- und Dialogzentrum für nachhaltige Zukunftsgestaltung bleibt
der Leitgedanke Jungks: Zukunft ist ein partizipativer
Prozess – und jeder Mensch ein potentieller Experte für Zukunftsfragen. Der
Gedanke „Betroffene zu Beteiligten zu machen“ liegt auch der von Jungk
initiierten und vom JBZ weitergeführten Methode der Zukunftswerkstatt zugrunde,
in denen Menschen gemeinsam konkrete Problemlösungen im Hinblick auf die
mögliche und vor allem gewünschte Gestaltung von Zukunft erarbeiten. Neben
der Moderation von Zukunftswerkstätten umfassen die Arbeitsfelder der JBZ
den Betrieb der Bibliothek mit mehr als 14.000 Titeln, etwa 200
Zeitschriften und der eigenen vierteljährlichen Publikation „pro zukunft“, die Erstellung von Expertisen und Studien,
sowie die Durchführung von Recherchen und Veranstaltungen.
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