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Das Paradox, das wir heute erleben ist, dass wir
in derselben Zeit immer mehr erledigen, aber dass diese Zeit dadurch weder
intensiver erlebt werden kann, noch mehr Muße gestattet. Ganz im Gegenteil: Zeitsparende
Maschinen oder zugekaufte Dienstleistungen verschaffen keinen Zeitbesitz oder
Zeitüberfluss, sondern „fressen“ ebenfalls Zeit, weil sie bezahlt werden
müssen. Die Reallöhne sinken, obwohl die Arbeitseffektivität steigt und das
Bruttoinlandsprodukt wächst. So dient die „gesparte Zeit“ nur der weiteren
Beschleunigung einer Produktion, die doch nicht herstellen kann, was sie
verbraucht. Gabriele Sorgo, Universitätsdozentin für Kulturgeschichte an der
Universität Wien. Habilitation 2006 über die historisch- anthropologischen
Grundlagen der europäischen Konsumgesellschaft, seit 2009 Senior Lecturer am
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Graz.
Arbeitsschwerpunkte: Konsumanthropologie, Rituale des Konsumierens und Essens,
christliche Askese und Erotik, Körpergeschichte. |
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Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen |
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