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Entschleunigte Ökonomie - aus der Krise?

Am 11. - 12. Mai 2009 fand die nunmehr zweite Konferenz „Zukunft:Lebensqualität“ des Zentrums für Zukunftsstudien (ZfZ) der Fachhochschule Salzburg in Kooperation mit dem Forum Alpach statt. VertreterInnen aus Wissenschaft, Zukunftsforschung und Politik diskutierten zwei Tage lang über Perspektiven der zukünftigen Arbeitswelt.

Bericht von Hans Holzinger über die Tagung
Interview von Walter Spielmann mit Jürgen Stehn

 

Entschleunigte Ökonomie als Weg aus der Krise?

Am 11. - 12. Mai 2009 fand die nunmehr zweite Konferenz „Zukunft:Lebensqualität“ des Zentrums für Zukunftsstudien (ZfZ) der Fachhochschule Salzburg in Kooperation mit dem Forum Alpach statt. VertreterInnen aus Wissenschaft, Zukunftsforschung und Politik diskutierten zwei Tage lang über Perspektiven der zukünftigen Arbeitswelt, wobei naheliegender Weise die aktuelle Wirtschaftskrise den zentralen Fokus bildete, Lebensqualität aber – wie der Leiter des ZfZ Reinhold Popp betonte – in all ihren Dimensionen beleuchtet werden und der Blick bewusst über Fragen des Arbeitsmarktes hinaus gerichtet werden sollte.

Etwas frische Blutzufuhr allein reicht nicht

Dass die Finanzkrise nicht mit ein paar „faulen Krediten“ zu erklären sei, sondern systemische Ursachen habe, machte Stephan Schulmeister, Ökonom des Wirtschaftsforschungsinstituts in Wien, im Einleitungsreferat deutlich. Nach dem Motto „Lassen Sie ihr Geld arbeiten“ hätten sich Unternehmen, Banken und Anleger immer stärker von der Realwirtschaft abgewendet und in der Erwartung hoher Gewinne auf eine sich verselbstständigende Finanzwirtschaft gesetzt. „Alle wollten mit Geld reich werden“, was auf die Dauer jedoch nicht gut gehen könne. „Renditen von 10 bis 20 Prozent bei einem Wirtschaftswachstum von nur 2 Prozent widersprechen dem Allmende-Prinzip“, so Schulmeister, es könne nicht mehr verteilt werden als erwirtschaftet wird. Denn: „Aus nix wird nix“, erläuterte der Ökonom sein „ANWN-Gesetz“. Der manischen Phase folge nun konsequenter Weise die Depression. Die Entfernung der Tumore („faule Kredite“) sowie etwas frische Blutzufuhr („Konjunkturpakete“) reichten jedoch nicht, um die „Talsohle“ wieder zu verlassen, so Schulmeister. Zum einen gehe es darum, systemisch jenen Spielern den Boden zu entziehen, die gerade auf die Krise spekulierten, wie Superfunds. Die Krise könnte jedoch auch eine Chance für ein grundsätzlicheres Umdenken sein. Der Ökonom konstatierte in diesem Sinne den „Anfang vom Ende des Finanzkapitalismus“. Als „Möglichkeitsraum für die Zukunft“ machte er die erneute Stärkung des sozialen Zusammenhalts, die Betonung von Kooperation statt Konkurrenz, die Rückkehr des Primats der Politik sowie – und das war zukunftsweisend – die Möglichkeit der „Entschleunigung der Ökonomie“ aus, die dem permanenten Wachsen-Müssen eine Lebensqualität mit mehr Freizeit statt noch mehr Stress (und Einkommen) entgegengestellte.

Arbeitskräfte sind keine Ware

Dass diese Entschleunigung höchst ratsam sei, untermauerte die Soziologin Eva Senghaas-Knobloch mit Befunden aus der Arbeitswelt. Die Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse – in der BRD gibt es mittlerweile 1 Million Zeitarbeiter –, der Anstieg geringfügig Beschäftigter sowie generell der Steigerung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz, die die Expertin mit zunehmendem Leistungsdruck und der „Subjektivierung“ der Arbeit, also dem emotionalen Gefordertsein gerade in Dienstleistungsbranchen, in Verbindung brachte, würden eine Umsteuerung nahe legen. Dazu käme die Vernachlässigung aller sorgenden Tätigkeit ( „Care-drain“) aufgrund der alleinigen Zentrierung auf die Arbeitswelt, die sich sozusagen im Schatten „hoher Erwerbsquoten“ vollziehe. Senghaas-Knobloch forderte ein Umdenken in Wirtschaft und Politik, das der Achtsamkeit gegenüber dem Sozialwesen Mensch (wieder) Priorität einräumt. Sie sprach von „Decent Work“, die Arbeitskräfte nicht als Ware, sondern als Menschen und Unternehmen wieder als „soziale Räume“ begreife, und die erkenne, dass Arbeitsmärkte nicht allein dem ökonomischen Profitdenken gehorchen dürfen.

Zweite Welle der Globalisierung trifft auch Hochqualifizierte

Aufschlussreiche Befunde über die Auswirkungen der Globalisierung auf den (deutschen) Arbeitsmarkt referierte Jürgen Stehn vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Die erste Welle der Globalisierung seit den 1970er-Jahren hat – so der bekannte Tatbestand – in allen hochindustrialisierten Ländern den Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft eingeläutet. So sind allein in Deutschland zwischen 1970 - 1975 1,3 Mio. Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen, während ebenso viele im Dienstleistungsbereich geschaffen wurden; von 1991 - 1997 gingen nochmals 3 Mio. Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe verloren, denen nur mehr 1,8 Mio. Dienstleistungsarbeitsplätze gegenüber standen, berichtete der Referent. Verlierer dieser ersten Globalisierungsphase – von Stehn als „interindustrielle Arbeitsteilung“ bezeichnet, d. h. bestimmte Branchen wie die Textilindustrie wanderten von alten Industrieländern in neue Schwellenländer – waren die Niedrigqualifizierten; die Hochqualifizierten zählten zu den Gewinnern.

Geänderte Anforderungen an Bildung: „Das Lernen lernen

Aktuell träten wir in die zweite Welle der Globalisierung, in der der Wettbewerb innerhalb von Branchen ausgetragen wird und der Handel sich innerhalb dieser Branchen abspielt  – Stehn spricht daher von intraindustrieller Arbeitsteilung“. Die Verlierer dieser Phase seien vielschichtiger: sie erfasse auch Hochqualifizierte, so der Ökonom. Entsprechend einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft zählen zu den heute leicht verlagerbaren Jobs etwa Datenverarbeiter, technische Zeichner, Buchhalter oder auch Naturwissenschafter. Nicht verlagerbar wären hingegen Landwirte, Tankwarte, Pförtner, Maurer oder Lehrer. Stehn folgerte daraus die Notwendigkeit der Veränderung unseres Bildungssystems, das kommunikative und soziale Kompetenzen sowie die Fähigkeit, „das Lernen zu lernen“ – und hinsichtlich beruflicher Ausbildung – eine breitere Qualifikationsbasis in den Mittelpunkt rücken müsse, was einem Zusammenlegen von Berufsbildern entspreche. Wichtig seien die „Förderung der Anpassungsfähigkeit“ sowie „permanentes Lernen“, was Stehn u.a. durch allen StaatsbürgerInnen zustehende „Sozial- und Bildungskonten“ gefördert sehen wollte (s. a. Interview).

Forschungsfelder der Zukunft

Kerstin Cuhls vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe bezeichnete „Innovationsforschung“ als den Versuch, „einen systematischen Blick in die Zukunft zu werfen, um Folgerungen für die Gegenwart zu ziehen und entsprechende Maßnahmen anzustoßen.“ Aufgabe von „Innovationsmanagement“ sei es, auch längerfristige Perspektiven in den Blick zu nehmen, die „verteilte Intelligenz nutzbar zu machen“ (durch eine Art Scanning wird versucht, den globalen Wissensstand zu eruieren) und „strategische Informationen“ für Wirtschaft und Politik bereitzustellen. Sie gab einen Einblick in die Forschungsfelder der Zukunft. Zu ihnen zählen naheliegender Weise einschlägige Technikbereiche wie Nanotechnologie, nachhaltige Energieerzeugung, neue Mobilitätslösungen, moderne Wasserinfrastrukturen oder neue Werkstoffe und Materialien. In der „Hitliste“ der Zukunftsthemen sind aber auch Dienstleistungsfelder wie „Service Sciences“ oder „Produzieren und Konsumieren in Web 2.0“ sowie sozialwissenschaftliche Fragestellungen wie Alters- und Zeitforschung oder die Gestaltung der „Lebensräume der Zukunft“ zu finden (Anm.: Die Erhebung erfolgte im Rahmen des BMBF-Foresight-Projekts der deutschen Bundesregierung).

Rolle von Zukunftsbildern in der Entwicklung von Unternehmen

Christian Neuhaus von der Society and Technology Group der Daimler AG in Berlin hob die Bedeutung von Zukunftsbildern sowie die Kommunikation darüber hervor. Organisationen als soziale Systeme bestünden ausschließlich aus Kommunikation: „Sie sprechen über sich selbst, die Umwelt und ihre Zukunftsbilder.“ Oder anders ausgedrückt: „Was für das Individuum das Bewusstsein ist, ist für die Organisation die Kommunikation.“ Auf diese zu achten, sei daher die zentrale Zukunftsaufgabe, so Neuhaus. Dabei gehe es um Kommunikation nach außen wie nach innen, um offizielle und inoffizielle Kommunikation, etwa in der Kantine. Die unterschiedlichen Zukunftsbilder, die die MitarbeiterInnen des Unternehmens haben, ernst zu nehmen und in Austausch zu bringen, sei häufig zielführender als sich teure externe Berater einzukaufen, meinte der Zukunftsforscher pointiert.

Warnung von Trend- und Beratergurus

Er traf sich dabei mit Holger Rust, Professor für Wirtschaftssoziologie an der Universität Hannover, der eindringlich vor der sich breit machenden Berater- und Trendforscherszene warnte. Diese gehe vor nach dem Motto „Man kann zwar nichts über die Zukunft sagen, das ist aber kein Grund, den  Mund zu halten“, und kassiere satte Honorare für Plattitüden. Über die Strategie des „Namings“ – für Allerweltswahrnehmungen werden neue Begriffe geschaffen: Selbstsorge heiße dann eben Selfness und der Wunsch nach PrivatheitCocooning“ – würde ein geistiges Nirwana geschaffen, das den irreführenden Anspruch erhebt, wir hätten die Welt im Griff. Selbstunternehmer, Entrepreneurs, Ich-AGs, Portfolio-Worker – oder generell -  die „kreative Klasse“ würden zum Zukunftsmotor hochstilisiert: „Und wenn du nicht dazugehörst, bist du selber schuld.“ Dabei seien viele Innovationen nichts anderes, „als mit viel Aufwand alles beim Alten zu belassen“. Was ist dem entgegenzuhalten. Rust plädierte für seriöse Sozial- und Zukunftsforschung, die sich den Kriterien der Nachvollziehbarkeit und Plausibilität verpflichtet, sowie – und da traf er sich mit Neuhaus – für die Schaffung von offenen Kommunikationsräumen in den Unternehmen.

Resümee

Die Entschleunigung der Wirtschaft und der Arbeitswelt, die etwa innovative Arbeitszeitmodelle erforderte, sowie der Blick auf die Qualität der Arbeitsinhalte stellen zentrale Zukunftsfragen dar, die – dies zeigten die Diskussionen mit VertreterInnen aus Wirtschafts- und ArbeitnehmerInnenverbänden – erst langsam in der öffentliche Debatte Fuß fassen. In diesem Sinne machen Tagungen wie diese durchaus Sinn. Denn trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise geht es – wie Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in der Eröffnung betonte – darum, dass wir arbeiten, um zu leben – und nicht umgekehrt!

Weitere Materialien zur Tagung sind zu finden unter www.fhs-forschung.at.

Hans Holzinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, Rückmeldungen: h.holzinger@salzburg.at

 

Geld allein macht keine gute Bildung.
Neugier und soziale Kompetenz sind bei weitem wichtiger.

Der Nationalökonom Jürgen Stehn im Gespräch mit Walter Spielmann über die doppelte Misere und die Voraussetzungen gelingender Bildung

W. Sp.: Herr Stehn, Sie unterscheiden zwei Wellen der Globalisierung. Bis in die 90er-Jahre, so ihre Analyse, sei der interindustrielle Austausch weltweit vorherrschend gewesen, in jüngster Zeit rücke hingegen die ökonomische Wechselbeziehung innerhalb der bestehenden Wirtschaftsblöcke, der intraindustrielle Austausch – etwa innerhalb der EU – in den Vordergrund. Bedeutet das aber auch, dass wir auf dem Weg zu hoch differenzierten Dienstleistungsgesellschaften die Spitze der Fahnenstange schon erreicht haben und das Beschäftigungsvolumen in diesem Segment nicht weiter ansteigt?

J. St.: So ist es in der Tat. Ausgehend von einem Anteil von etwa 10% an Dienstleistungen zu Ende des Zweiten Weltkriegs haben wir nun einen Anteil von 65 bis 70% erreicht. Dieser wird, so weit wir es sehen, nicht weiter anwachsen.

W. Sp.: Es gibt also keinen weiteren Bedarf in Folge des demographischen Wandels oder dringend notwendiger Investitionen im Bildungsbereich?

J. St.: Da gibt es freilich großen Handlungsbedarf, aber insgesamt wird sich der Anteil nicht weiter erhöhen, denn wir brauchen auch in Zukunft qualifizierte Kräfte im Bereich der materiellen Produktion. Eine Welt ohne Güter, die wir nicht anfassen können, können wir uns auch nicht vorstellen. Den Wettbewerb der Zukunft werden wir vor allem im Bereich der Produktinnovation erleben, und zwar weltweit.

W. Sp.: Meinen Sie nicht, dass insbesondere in Wohlstandsgesellschaften ein Prozess der materiellen Sättigung zu erwarten ist, der einen Paradigmenwechsel zur Folge haben könnte?

J. St.: Dieser Ansicht hing ich früher auch an, doch teile ich sie nicht mehr. Wer hätte denn gedacht, dass heute jeder in seinem Haushalt einen PC stehen hat und das multifunktionale Handy selbstverständlich geworden ist. Nein, Bedürfnisse werden immer wieder neu entfacht und sind danach latent vorhanden.

W. Sp.: Im Bereich Bildung haben wir, in Österreich wie auch in Deutschland, ein zunehmend massives Problem mit minder qualifizierten Personen, vor allem auch Jugendlichen. Wie können wir auf die Herausforderungen der zweiten Globalisierungswelle angemessenen reagieren?

J. St.: Wir haben heute ein zweischneidiges Problem. Mit dem Auslaufen der ersten Globalisierungswelle verblieb eine große Gruppe ungenügend qualifizierter Personen. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. ... Die zweite Welle der Globalisierung trifft aber auch gut Qualifizierte, die über hochgradig spezialisierte Ausbildungen verfügen, und das ist die eigentliche Herausforderung. Um hier gegenzusteuern, ist vor allem Anpassungsfähigkeit gefragt. Es geht darum, sich nicht nur auf eine Ausbildung zu verlassen, sondern, wenn nötig, auch Neues zu tun. Das ist nicht unbedingt mit Qualifikation verbunden, denn das können auch Menschen leisten, die keinen tertiären Bildungsabschluss haben.

W. Sp.: Werden somit Neugier und Offenheit zu Schlüsselqualifikationen?

J. St.: So ist es. Deswegen ist ja Bildung von zentraler Bedeutung. In Europa stehen wir allerdings vor dem Problem, dass wir uns über die Veränderung des Bildungssystems gerade in einer Zeit Gedanken machen müssen, in der wir erstens wenig Geld haben und zweitens drauf reagieren müssen, dass die Zahl der SchülerInnen rückläufig ist.

W. Sp.: Gerade das aber wäre doch auch eine Chance! Kleinere, den Bedürfnissen besser entsprechende Schulen und kleinere Klassen sollten doch der Förderung individueller Fähigkeiten entgegenkommen.

J. St.: Das wäre vernünftig. Was wir aber nicht brauchen, sind halbe Reformen. Wir sind, meine ich, viel zu sehr auf PISA fixiert, blicken wie gebannt auf Finnland, vergessen aber dabei, dass bei uns die Voraussetzungen gänzlich andere sind. Dort stehen beim Gruppenunterricht bis zu fünf LehrerInnen in der Klasse, bei uns ist es aber meist nur eine/r. Das kann so nicht funktionieren.

W. Sp.: Wären nicht Interdisziplinarität und Partizipation zentrale Kriterien gelingender, erfolgreicher (Aus)Bildung.

J. St.: Ganz entschieden, ja! Wir differenzieren nach wie vor viel zu stark, und das in allen Lebensbereichen. Ich habe selbst vergleichsweise junge Kinder, und da merke ich, wie wichtig es ist, sie für Vieles zu interessieren. Junge Menschen müssen nicht alles zu Ende führen, was sie spontan anspricht, aber sie sollten so viel wie möglich kennen lernen. Wir lernen doch am besten, wenn wir etwas selbst versuchen!

W. Sp.: Herr Stehn, ihre Forderungen werden auch von Seiten der Pädagogik immer wieder erhoben; ungewöhnlich scheint mir, dass sie auch von Ihnen, einem Ökonomen, so vehement vertreten werden. Sind Sie da nicht aufgrund Ihres beruflichen Hintergrunds auch in die Kritik geraten?

J. St.: Na klar, immer wieder. Bildungspolitiker lieben uns eher nicht. Wir haben beispielsweise in einer Studie nachgewiesen, dass viel Geld noch keine gute Bildung macht, und das ist natürlich auch von der Pädagogik keineswegs gut aufgenommen worden, denn das System definiert sich ja vor allem über die Höhe der verfügbaren finanziellen Mittel.

W. Sp.: Bräuchte das Bildungssystem, um besser zu funktionieren, etwa weniger Geld?

J. St.: Nein natürlich braucht es auch Geld, aber das genügt nicht. Unabdingbar ist hingegen die Förderung offenen Denkens. Die Ansammlung von Wissen, das klassische Pauken ist heute unsinnig und vergeudete Investition. Viel wichtiger wäre es, in die Entwicklung sozialer Kompetenzen zu investieren. Dabei ginge es etwa darum zu lernen, wie man erfolgreich diskutiert oder, noch besser, sich aktiv in gesellschaftliche Zusammenhänge einbringt. Das sind Schlüsselqualifikationen für das 21. Jahrhundert.

W. Sp.: Herr Stehn, besten Dank für dieses Gespräch.

 

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