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Vortrag & Diskussion

Öl – Macht – Armut
Wo Öl fließt droht Krieg! Geht es auch anders?

mit Martin Zint, Journalist und langjähriger Koordinator
der NRO-Arbeitsgruppe Erdölprojekt Tschad/Kamerun

Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr

Ort: Haus Corso, Robert-Jungk-Platz 1

 Freier Eintritt

                           

Die Länder am Golf von Guinea (West- bis Zentralafrika) besitzen beträchtliche Erdöl- und Erdgas-Reserven in der See sowie auf dem Festland. Dieser Reichtum an Bodenschätzen könnte einen wichtigen Entwicklungsimpuls geben und entscheidend zur Armutsbekämpfung genutzt werden. Trotzdem gehören diese Länder zu den ärmsten der Welt. Seit Beginn der Ölförderung vor 60 Jahren ist die Armut sogar gestiegen. Besonders im Ölsektor herrschen Korruption, Missmanagement und mangelnde Transparenz. Die Einnahmen aus der Erdölförderung kommen nur einer kleinen Elite zugute; die direkt Betroffenen werden kaum in die Planung einbezogen und ihre Regierungen legen keine Rechenschaft über die Verwendung der Mittel ab. Erdölförderung ist häufig verbunden mit Umweltzerstörung, gewaltsam ausgetragenen Konflikten und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen.

Im zentralafrikanischen Tschad hat ein Konsortium aus den Firmen ExxonMobil (USA), Chevron-Texaco (USA) und Petronas (Malaysia) 4,3 Milliarden US$ investiert, um geschätzte eine Milliarde Barrel Öl zu fördern. Das war seinerzeit die größte privatwirtschaftliche Investition in Afrika südlich der Sahara. Gefördert wurde das Projekt von der Weltbank. Sie versprach sich davon u.a. Erfolge bei der Armutsbekämpfung.

Im Tschad waren die vier Jahrzehnte seit der Unabhängigkeit 1960 geprägt von Gewalt und Zerrissenheit. Die Menschen im Tschad wissen, was Krieg bedeutet. Sie wollen Frieden und ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen kämpft dafür. Wesentlicher Akteur ist die Vereinigung für Gewaltfreiheit im Tschad /ATNV, die u.a. vom Internationalen Versöhnungsbund unterstützt wird.

Gibt es Wege, der Gewalt im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Bodenschätzen entgegen zu wirken? Wie kann globales Handeln aussehen, wenn die wesentlichen Akteure nicht Staaten, sondern große Konzerne sind. Wie wirkt sich der Einsatz von EUFOR/MINURCAT auf die Region aus?

Am 3. Juni schildert der Journalist Martin Zint, Mühltal, seine Erfahrungen mit dem Projekt, das er seit zehn Jahren hautnah verfolgt.

Eine Veranstaltung von: Friedensbüro Salzburg, Internationaler Versöhnungsbund, Afro-Asiatisches Institut Salzburg, Südwind Salzburg, Eine-Welt- und Missionskreis Salzburg (Evangelische Christuskirche), Robert-Jungk-Bibliothek Salzburg

 

Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen | Robert-Jungk-Platz 1 | 5020  Salzburg  |  T 0043.662.873 206 | E: jungk-bibliothek@salzburg.at 
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www.jungk-bibliothek.at  Team: Dr. Alfred Auer, Mag. Hans Holzinger (Redaktion JBZ_ONLINE), Dr. Walter Spielmann